Wozu braucht man ein Lektorat?

Es scheint, dass in Zeiten von Social Media und Smartphones die Rechtschreibung keinen Wert mehr hat. Ist damit auch ein Lektorat ĂŒberflĂŒssig geworden? 

Viele Selfpublisher sind ĂŒberzeugt davon. Viele Journalisten ebenfalls, von Bloggern ganz zu schweigen. Aber auch sehr viele Unternehmen denken, dass ein Lektor nicht notwendig ist. Sie meinen, ihre Texter werden doch wohl fehlerfreie Werbe- oder Webtexte hinkriegen.

Und sitzen damit einem Riesenirrtum auf.

Meine Erfahrung und die meiner zahlreichen Kollegen beweist das Gegenteil, aus gutem Grund. Stephen King meint in seinem Buch Das Leben und das Schreiben sogar: „Schreiben ist menschlich, Lektorieren ist göttlich.“ Dieses Buch lege ich ĂŒbrigens allen, auch nicht eingefleischten King-Fans ans Herz: Es ist einer der besten Schreibratgeber, die es derzeit gibt. 

Damit ist selbstverstÀndlich nicht gemeint, dass Lektoren Götter sind, aber gute Lektoren besitzen ein paar Eigenschaften, die jedem fehlen, der selbst schreibt. Auch wenn man ein schreibender Lektor oder lektorierender Schreiber ist.

Warum?

Weil man als Autor betriebsblind wird. Man recherchiert, feilt an seinem Text und weiß genau, was man damit aussagen will. Was einem jedoch mit der Zeit abhanden kommt, ist der vorurteilsfreie Blick. Als Autorin weiß ich sehr genau, was ich meine, doch verstehen das die Leser auch so?

Kenne ich alle Tricks und Kniffe, wie Texte schlanker, leserfreundlicher und klarer werden? Sogar wenn man sie kennt: Selbst Geschriebenes wĂ€chst einem sehr ans Herz und man bringt es oft nicht fertig, eine liebgewonnene Formulierung zu streichen. Abgesehen davon ĂŒbersieht auch der Fitteste in der deutschen Rechtschreibung seine eigenen Fehler.

Aber wozu ist korrekte Rechtschreibung ĂŒberhaupt gut?

Ein Blick zurĂŒck in die Geschichte

Konrad Duden war im deutschsprachigen Raum der Erste, der sich fĂŒr eine Vereinheitlichung der Rechtschreibung einsetzte. Er wollte damit insbesondere bildungsfernen Schichten das Lesen und Schreiben erleichtern. Dies fĂŒhrte zur Herausgabe des „Urdudens“, der 1880 erschien und 27.000 Stichwörter enthielt. 1901 wurde in Berlin eine einheitliche deutsche Rechtschreibung auf der Grundlage von Dudens Wörterbuch beschlossen.

Wer ein Buch aus der Zeit davor liest, wird die Notwendigkeit verstehen. Jeder konnte schreiben, wie er sprach, was den Lesefluss gehörig beeintrÀchtigte und das VerstÀndnis enorm erschwerte. Denn man schrieb selbstverstÀndlich im jeweiligen Dialekt, wenn man kein Hochdeutsch beherrschte. Stellen Sie sich vor, ein Berliner liest einen im Dialekt verfassten Text eines Bayern!

Korrekte Rechtschreibung und Zeichensetzung erleichtern also die VerstÀndlichkeit, auch wenn die Sprache die Quelle aller MissverstÀndnisse ist, wie Antoine de Saint-Exupéry in Der kleine Prinz schrieb. Sie ist aber trotz allem eines unser wichtigsten Kommunikationsmittel.

Vier-Augen-Prinzip

Deshalb braucht jeder, der schreibt, jemanden, der seinen Text prĂŒft. Auch mein Blog – obwohl von einer (schreibenden) Lektorin verfasst – wird zum Abschluss immer noch von mindestens einem zweiten Paar Augen unter die Lupe genommen.

Woran erkennt man einen guten Lektor, eine gute Lektorin?

  • Er/Sie beherrscht die deutsche Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik und weiß, wann er/sie im Duden nachsehen muss.
  • Ein Lektor recherchiert, insbesondere bei Eigennamen, FachausdrĂŒcken, geografischen und geschichtlichen Angaben.
  • Er/Sie erfasst den Inhalt, erkennt Wortwiederholungen, ĂŒberflĂŒssige BlĂ€hwörter, WidersprĂŒche und dgl.
  • Er/Sie merzt schlechten Stil aus und achtet darauf, dass der Text flĂŒssig lesbar und gut verstĂ€ndlich ist.
  • Ein guter Lektor muss eine Leidenschaft fĂŒr Sprache besitzen: Er ist ein Mensch, dem bei jedem Restaurantbesuch auf der Speisekarte, bei jeder LektĂŒre einer Zeitung, eines Magazins, von Online-Foren usw. Fehler auffallen, was – zugegeben – manchmal anstrengend ist 


 

Ich ĂŒbernehme fĂŒr Sie das Lektorat/Korrektorat von:

BroschĂŒren – BĂŒchern – Diplomarbeiten – Firmenzeitungen – GeschĂ€ftsberichten – HandbĂŒchern – Katalogen – Kundenmagazinen – Pressetexten – Schulungsunterlagen – Websites – Zeitschriften u. v. m.

Testen Sie mich: Senden Sie Ihre Unterlagen (z. B. als PDF- oder Word-Datei) an meine u. a. Mail-Adresse und Sie erhalten umgehend ein Angebot.

 

BEISPIELE AUS DER PRAXIS

 

NatĂŒrlich geht es hier nicht um Menschenhandel, sondern um Bekleidung fĂŒr Buben 


Beschriftungen sind manchmal besonders anfĂ€llig fĂŒr Fehler.

Auch Mitdenken ist natĂŒrlich gefragt 😉

Vor „kreativen“ Denglisch-Kombinationen sei gewarnt. Oft sind sie bis zur UnverstĂ€ndlichkeit entstellt.

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Die eigene KreativitÀt entdecken und fördern

Schon Albert Einstein meinte, dass Fantasie fĂŒr den Menschen wichtiger sei als Wissen. Im Seminar „Schreiben aus dem Unterbewusstsein“ erhalten Sie die Möglichkeit, Ihre ureigene KreativitĂ€t zu erkunden. MĂ€rchen helfen dabei, die Phantasie zu beflĂŒgeln, Blockaden zu lösen und das Schreiben in das eigene Leben zu integrieren. 

Oft werde ich gefragt, wie ich zum Schreiben und zu meinen Seminaren gekommen bin. Auslöser fĂŒr beides war dieses Seminar, das ich 2004 bei Sonja von Eisenstein in Goldegg besucht habe.

Schon seit meiner Teenagerzeit wollte ich schreiben, aber lange Zeit habe ich meine Texte immer gleich selbst lektoriert und korrigiert, so dass ich das Schreiben spĂ€testens nach einer halben Seite wieder aufgegeben habe. Ich hielt mich fĂŒr unbegabt! Die Lust, zu schreiben, blieb jedoch.

3 MÄRCHEN AN EINEM WOCHENENDE

Als ich in diesem Seminar an einem Wochenende drei MĂ€rchen schrieb, war der Bann gebrochen. Und das, obwohl ich damals mit MĂ€rchen eigentlich nichts „am Hut“ hatte! Seither schreibe ich gerne MĂ€rchen, aber auch Kurzgeschichten, Artikel, BlogbeitrĂ€ge usw. und in meiner Schreibtischschublade warten einige Buchprojekte darauf, realisiert zu werden. Das Wunderbare an diesem Seminar ist, dass meine KreativitĂ€t in vielerlei Richtungen geweckt wurde! Ich habe seither auch einige Seminare und VortrĂ€ge entwickelt, die ich mit Erfolg halte.

Die positive Erfahrung, aber auch den Spaß, sich ĂŒber das Schreiben von MĂ€rchen als kreativen Menschen wahrzunehmen, gebe ich deshalb gerne in meinen Seminaren weiter (nachdem ich die Ausbildung bei Sonja von Eisenstein 2006 absolviert habe).

Denn vielen Menschen ergeht es Ă€hnlich wie mir – sie scheitern oft an ganz banalen inneren oder Ă€ußeren WiderstĂ€nden. Selbstzweifel, schlechte Erfahrungen aus der Schulzeit, RechtschreibschwĂ€chen oder die Angst vorm Versagen zĂ€hlen zu den grĂ¶ĂŸten Stolpersteinen, wenn es darum geht, eigene Geschichten zu Papier zu bringen.

SCHREIBEN ALS SCHÖPFERISCHER PROZESS

Die Schreibeinheiten dauern jeweils eineinhalb Stunden in einem Zustand völliger Entspanntheit. Das Seminar findet an drei aufeinanderfolgenden Tagen statt und löst einen intensiven Prozess der Selbsterfahrung aus. Eine Teilnehmerin beschrieb ihre Erfahrung zum Beispiel mit folgenden Worten: „Das Seminar war sensationell. Es kehrt das Unterste zuoberst und wenn man das Hirn ausschaltet, beginnt die Schrift zu fließen.“

Beim „Schreiben aus dem Unterbewusstsein“ erweitern Sie Ihre bildliche Vorstellungskraft, die fĂŒr die BewĂ€ltigung von Beruf und Alltag große Bedeutung hat.

 

VÖLLIG ENTSPANNT DIE EIGENE KREATIVITÄT ENTDECKEN

Zu den Teilnehmern und Teilnehmerinnen zĂ€hlen Privatpersonen ebenso wie Journalisten, Psychotherapeuten, Marketingfachleuchte oder Kommunikationstrainer. Nach einer Fantasiereise sowie vorbereitenden SchreibĂŒbungen werden Sie angeleitet, Ihre persönlichen MĂ€rchen zu schreiben. FĂŒr viele ist es das allererste Mal, dass sie schöpferisch tĂ€tig werden, fĂŒr andere eine weitere Entwicklungsstufe bei der Erkundung der eigenen KreativitĂ€t. Im Sinne der KreativitĂ€tsentfaltung wird nicht auf Rechtschreibung, Sprachgewandtheit oder Schreibstil geachtet. Es sind keinerlei Vorkenntnisse erforderlich!

 

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Buchtipp: „Biografiearbeit in Beratung und Coaching“

Da ich selbst eine Ausbildung in Biografiearbeit abgeschlossen habe und u. a. als Seminarleiterin und Coach in der Erwachsenenbildung tÀtig bin, hat mich dieses kompakte Buch (95 Seiten) besonders angesprochen. Vieles darin kenne ich aus den zahlreichen Seminaren, die ich beim Autor besuchen durfte; einiges habe ich auch schon in eigenen Veranstaltungen angewendet.

Und doch ist es sehr angenehm, einschlĂ€gige Beispiele aus der Praxis so ĂŒbersichtlich in einem Buch zu finden – was einem nebenbei erspart, lange in Seminarunterlagen herumzusuchen.

Generell schĂ€tze ich an den BĂŒchern von Hubert Klingenberger die strukturierte und ĂŒbersichtliche Herangehensweise. Hier muss man sich nicht mĂŒhsam durch Unmengen von Text durchwursteln (wie bei so manch anderen Autoren), es ist auch nicht erforderlich, das Buch zuerst mal von A bis Z zu lesen.

Das Inhaltsverzeichnis ist in vier Kapitel gegliedert, in denen der Autor zahlreiche Tipps gibt, welche Arten von Coachings es gibt und wie sie gestaltet werden können, z. B. in Kapitel 2, „Der Lernweg im Biografischen Coaching“. Passend zu den Kapiteln werden insgesamt 16 Methoden vorgestellt, die im Methodenverzeichnis ĂŒbersichtlich aufgelistet werden: mit aussagekrĂ€ftigen Titeln – beispielsweise „Methode 9 – Zuversichtliches Fragen“.

DarĂŒber hinaus findet man am Ende jedes Kapitels (vor dem Methoden-Teil) Buchtipps „Zum Weiterlesen“.

 

Da sich unsere Lebenswelten drastisch geĂ€ndert haben, gibt es im Grunde keine „Normalbiografie“ mehr. Wir sind selten nur mehr in einem Beruf von der Ausbildung bis zur Pension tĂ€tig, haben wesentlich mehr Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten als frĂŒher und mĂŒssen daher viel öfter Entscheidungen treffen – darum ist Biografiearbeit von so großer Bedeutung. Aufgrund dessen geschieht es hĂ€ufig, dass man selbst den „Wald vor lauter BĂ€umen“ nicht mehr sieht und einen Coach benötigt, der einen mit ausreichend Abstand aus einer anderen Perspektive beraten und begleiten kann.

Besonders praktisch finde ich, dass jedes Buch einen persönlichen Code hat, mit dem man sich kostenlos sĂ€mtliche Methoden herunterladen kann. Das erspart aufwendiges Gestalten von Unterlagen, stattdessen kann man die passende Methode fĂŒr sein Coaching auswĂ€hlen, ausdrucken und im Coaching verwenden.

Biografisches Coaching kann sicherlich in vielen Bereichen erfolgreich angewendet werden, wie in der Berufs-/Karriere- und Sozialberatung, ich denke sogar in der Psychotherapie.

Ich werde das Buch auch in meinen Legasthenietrainings fĂŒr Erwachsene einsetzen. Viele Legastheniker/-innen sind nicht mit großem Selbstbewusstsein ausgestattet, da sie in ihrer Schulzeit öfters hören mussten, dass sie dumm seien. Doch gerade Legastheniker haben hĂ€ufig andere, möglicherweise kreativere Herangehensweisen an die Herausforderungen des Lebens. Auch in diesem Kontext ist die ressourcen- und lösungsorientierte Biografiearbeit eine große Hilfe, da vielen Menschen (nicht nur Legasthenikern) die eigenen StĂ€rken nicht (ausreichend) bewusst sind.

„Biografiearbeit in Beratung und Coaching – AnlĂ€sse, Übungen, Impulse“ von Dr. Hubert Klingenberger ist erschienen bei Don Bosco Medien, MĂŒnchen

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„LINA war definitiv eine Traumrolle“

Interview mit der Hauptdarstellerin der Lina Loos in LINA, Sarah Born 

Liebe Frau Born, auf Ihrer Website habe ich gelesen, dass Sie eine sehr vielseitige Ausbildung genossen haben, u. a. haben Sie eine Zirkusschule besucht und eine Gesangsausbildung absolviert. Wollten Sie immer schon Schauspielerin werden oder womöglich lieber Zirkusartistin oder SÀngerin oder etwas ganz anderes?

Meine Schwester ist Zirkusartistin und ich hab sie immer sehr bewundert, als ich klein war. Aber so, wie sie als Kind immer gesagt hat: „Ich will Clown werden!“, hab ich mir gedacht: Ich will Geschichten wirklich erleben und nicht nur zuschauen oder zuhören mĂŒssen!

Das andere hat sich so ergeben, weil’s Spaß gemacht hat, und ich freue mich immer, wenn ich Zirkus und Gesang mit dem Spielen verbinden kann. Allerdings hat es davor auch eine Phase gegeben, wĂ€hrend der ich unbedingt BĂ€uerin und dann Film-Tiertrainerin werden wollte 


Wie sind Sie zur Rolle der Lina Loos gekommen?

Das Regieteam war bei unserem Schauspielschul-AbschlussstĂŒck und hat mich anschließend zum Vorsprechen eingeladen – das super nett war, weil Walter, der Produzent und Hauptregisseur (Anm.: Walter Wehmeyer), eigens Apfelkuchen fĂŒr alle eingeladenen SchauspielerInnen gebacken hatte! Dann gab es eine erste, eine zweite und ein dritte Vorsprechrunde mit unterschiedlichen Kollegen und Kolleginnen und in unterschiedlichen Konstellationen. Und dann war ich kurz vor meiner DiplomprĂŒfung mit meiner Familie ĂŒbers Wochenende irgendwo in den Bergen unterwegs – als ich die Nachricht bekommen habe, dass sie mir gerne die Rolle der Lina anbieten wĂŒrden. Da hab ich erst mal ein bisschen herumlaufen mĂŒssen, um nicht vor GlĂŒck und Freude zu platzen – ich glaub, es war ein sehr lustiges Bild fĂŒr meine Familie.

Haben Sie sich auf die Rolle speziell vorbereitet? Und wenn ja, wie?

Zuerst habe ich mich eine Weile mit dem Drehbuch und dem Fin de SiĂšcle in Wien beschĂ€ftigt. Dann haben wir mit den unterschiedlichen Regisseuren die jeweiligen Szenen geprobt. Wir Schauspieler und Schauspielerinnen hatten einen guten Draht zueinander und haben uns vor allem in den Wochen vor dem Dreh immer wieder getroffen. Da haben wir ĂŒber unsere Figuren und BĂŒcher, die wir zu der Zeit gelesen hatten, geredet oder sind ins Museum gegangen. Mit Johannes (Johannes SchĂŒchner, Anm.), der den Loos spielt, hab ich mich in das original Wohnzimmer des Ehepaares Loos aus der Bösendorferstraße im Wien Museum gesetzt und dann haben wir einfach mal geschaut, wie der Raum auf uns wirkt. Wien ist gerade fĂŒr historische Geschichten eine großartige Stadt, weil man nur auf die Straße zu gehen braucht und schon steht man quasi an OriginalschauplĂ€tzen – die einfach schon viel mit einem machen.

FĂŒhlen Sie eine gewisse Seelenverwandtschaft mit Lina Loos, was es womöglich erleichtert hat, in diese Rolle zu schlĂŒpfen?

Ja, es gibt einige Dinge an Lina – oder zumindest das, was sich rekonstruieren lĂ€sst –, was mich sehr bewegt und inspiriert und dem ich mit großer Achtung begegne – z. B. ihren Mut und ihre Konsequenz, ihren eigenen Weg zu gehen und sich selbst treu zu bleiben, sich zu vertrauen, auch wenn einem die Gesellschaft und sein Umfeld andauernd sagt: „Nein, so wie du das machst, ist das nicht richtig.“

Ich kann mich erinnern, ich bin irgendwann mal zwischen Vorsprechrunde zwei und drei in der U-Bahn gestanden und bin fast von dem GefĂŒhl ĂŒberrollt worden, dass ich einfach tot umfalle, wenn ich Lina nicht spielen darf! Zum GlĂŒck ist es nicht so gekommen.

Nein, so krass ist das dann in der RealitĂ€t natĂŒrlich nicht – aber man kann sehr viel von seinen Figuren lernen, und ich glaube, dass es sehr wichtig ist, eine große Leidenschaft, NĂ€he oder Hingabe fĂŒr eine Figur zu empfinden, das erleichtert vieles – vor allem auch dann, wenn mal die Bedingungen in der Produktion schwierig werden.

Was sind Ihre aktuellen Projekte?

Wir haben gerade die Dokufiction „Manaslu – Berg der Seelen“ unter der Regie von Gerald Salmina auf 3500 m abgedreht – da wird die Luft schon recht dĂŒnn da oben 
 In dem Film geht es um den Extrembergsteiger Hans Kammerlander und seine Besteigungsversuche des Manaslu in Nepal. Ich spiele Brigitte Kammerlander, seine Frau, die damals via Funk miterleben musste, wie ihr Mann und zwei ihrer besten Freunde in einen fĂŒrchterlichen Sturm gerieten, den nur Hans ĂŒberlebt hat.

Und dann bereite ich mich gerade auf ein neues Projekt vor – fĂŒr das im MĂ€rz/April gedreht wird. 


Bevorzugen Sie Film- oder Theaterrollen oder ist Ihnen beides gleich lieb?

Hmm, schwierig – das sind zwei schwer zu vergleichende Formate. Die Arbeit und vor allem die Technik ist ganz anders. Ich bin streckenweise im Theater aufgewachsen, Film ist jetzt erst in den letzten Jahren dazugekommen. Im Theater ist alles möglich und Drehen ist eine Abenteuerreise – ich möchte beides nicht missen.

Sie waren ja kĂŒrzlich 3 Monate in New York in einem Schauspielstudio im Rahmen eines Stipendiums 
 Ist eine Karriere am Broadway oder in Hollywood ein Traum von Ihnen?

Haha, ich sag natĂŒrlich nicht Nein, wenn sich was ergibt – aber der große Traum ist es nicht. Ich mag die Zeit und die, nennen wir es mal, Ruhe, die man fĂŒr Projekte hier in Europa hat. In Amerika trainieren ist (im sprichwörtlichen Sinne) ein „Trainieren mit Gewichten“, das verlangte Niveau ist sehr hoch, weil es einfach so unglaublich viele gute Leute gibt – d. h. gut ist nie gut genug, wenn man zwischen 1000 MitbewerberInnen Aufmerksamkeit auf sich lenken möchte. Zu dem System kann man stehen, wie man will – aber es zwingt einen, sich als SchauspielerIn stĂ€ndig weiterzuentwickeln und das ist etwas, was mir schon sehr taugt 


Wie unterscheidet sich eine Schauspielfortbildung in den USA von einer Schauspielausbildung in Europa?

In Europa sagen sie einem 1 + 1 = 2 (vielleicht manchmal 3), in den USA 1 + 1 = „whatever you want“. Europa – oder das Europa das ich erlebt habe – ist sehr schematisch. Es geht viel darum, „so macht man das hier und so macht man das nicht, das ist gut und das ist kacke“ und „ich bin der Dozent, also hast du das so zu machen, wie ich mir das vorstelle“. So etwas hilft einem natĂŒrlich auf einer technischen und handwerklichen Ebene, aber es ist eben auch restriktiv. In Amerika – so wie ich das jetzt erleben durfte – geht es vor allem um Selbsterforschung und Training einer tiefgreifenderen Selbstwahrnehmung. Das hilft, um sehr persönlich, unmittelbar und vor allem ganzheitlicher spielen zu können – das Verhalten, das dabei entsteht, ist sehr menschlich und menschliches Verhalten – im Rahmen der jeweiligen Geschichte, die erzĂ€hlt wird –, das wahrhaftig ist, kann nie richtig und nie falsch sein.

Ich fand das Training in den USA sehr befreiend und inspirierend und bin gleichzeitig dankbar fĂŒr die europĂ€ische Technik – fĂŒr mich ist das eine super ErgĂ€nzung und Bereicherung.

Welche Frauengestalt wĂŒrden Sie gerne darstellen, d. h., haben Sie eine Traumrolle?

 Lina war definitiv so eine Traumrolle! Im Moment wĂŒrde ich total gerne eine „Bösewichtin“ spielen.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Hmm, irgendwo, wo es Sonne gibt und es warm ist – da lĂ€sst sich der Winter leichter aushalten 


Herzlichen Dank fĂŒr das Interview und weiterhin viel Erfolg!

 

Ich bedanke mich auch beim Produzenten und Co-Regisseur Walter Wehmeyer, der mir neben zahlreichen Hintergrundinformationen auch die Bilder aus LINA bzw. von den Dreharbeiten zur VerfĂŒgung gestellt hat: www.walter-wehmeyer.com

Sarah Borns Website: https://sarahborn.net

Website des Films LINA (mit aktuellen Vorstellungsterminen): www.lina-derfilm.at

Wer mehr ĂŒber Lina Loos erfahren will, dem empfehle ich auch die LektĂŒre von „Lina Loos – oder wenn die Muse sich selbst kĂŒsst” von Lisa Fischer (erschienen im Böhlau Verlag)

 

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100 Jahre Frauenwahlrecht in Österreich

Was bedeutet das fĂŒr uns heute?

Hundert Jahre ist es her, dass Frauen in Österreich das allgemeine Wahlrecht zuerkannt wurde. Dem allgemeinen Wahlrecht, insbesondere dem Frauenwahlrecht, ging ein langer Kampf voraus – vor allem auch, weil die Frauen erst die politisch damals allein entscheidenden MĂ€nner ĂŒberzeugen mussten.

Ausschlaggebend fĂŒr die EinfĂŒhrung des Frauenwahlrechts war unter anderem die zunehmende Industrialisierung und Demokratisierung. Immer mehr Frauen waren in Fabriken beschĂ€ftigt und litten unter den schlechten Arbeitsbedingungen und der wesentlich schlechteren Bezahlung im Vergleich zu ihren mĂ€nnlichen Kollegen. Deshalb ist die Geschichte des Kampfes ums Frauenwahlrecht auch eng verknĂŒpft mit der Arbeiterbewegung. Damit einher ging jedoch auch der Kampf der Frauen um Bewegungsfreiheit, ihren freien Zugang zu Bildung, die freie Berufswahl und damit auch wirtschaftliche UnabhĂ€ngigkeit.

Man hĂ€lt es ĂŒbrigens fast nicht fĂŒr möglich, dass Frauen in Österreich erst seit 1975 ohne Zustimmung des Ehemannes berufstĂ€tig sein dĂŒrfen!

Doch viel ist immer noch zu tun, so klafft auch heute noch eine LĂŒcke zwischen den Einkommen der MĂ€nner und Frauen, von Gleichbehandlung (vor allem auch im Berufsleben) sind wir teilweise noch weit entfernt.

„Man wird erst wissen, was die Frauen sind, wenn ihnen nicht mehr vorgeschrieben wird, was sie sein sollen.“ (Rosa Mayreder, 1858–1938, österr. KĂŒnstlerin, Frauenrechtlerin)

 

Die ersten 8 weiblichen Abgeordneten im österreichischen Parlament

Dr. Hildegard Burjan (1883–1933) – Sozialpolitikerin, GrĂŒnderin von Caritas Socialis, als „Gewissen des Parlaments“ und „Heimarbeiterinnenmutter von Wien“ bezeichnet

Anna Boschek (1874–1957) – Fabrikarbeiterin, Gewerkschafterin

Emmy Freundlich (1878–1948) – Schriftstellerin, Direktorin im Bundesministerium fĂŒr VolksernĂ€hrung

Adelheid Popp (1869–1939) – BegrĂŒnderin der proletarischen Frauenbewegung in Österreich

Gabriele Proft (1879–1971) – Heimarbeiterin, Hausgehilfin

Therese Schlesinger (1863–1940) – setzte sich fĂŒr MĂ€dchenbildung, Kinder-/Jugendschutz und Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein

Amalie Seidel (1876–1952) – Arbeiterin, organisierte den ersten Frauenstreik Österreichs (Forderung: Reduzierung der tĂ€glichen Arbeitszeit von 13 auf 10 Stunden)

Maria Tusch (1868–1939) – Arbeiterin, engagierte sich fĂŒr bessere Arbeitsbedingungen und die Besserstellung der Frauen

  

 

 

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Wie wichtig ist der Hausverstand?

Warum selbststÀndiges Denken und Handeln wichtig sind

Wir haben heute fĂŒr alles eine App auf dem Handy. Im Auto haben wir ein Navi und in naher Zukunft wird es selbstfahrende Autos geben. Der smarte Haushalt erledigt sich dann quasi auch von allein. Gehen wir also einer goldenen Zukunft entgegen oder werden wir immer mehr zu Dummköpfen, die keine eigenstĂ€ndigen Entscheidungen mehr treffen können? Ja, noch schlimmer, die die einfachsten Dinge nicht mehr ohne elektronische Hilfe bewĂ€ltigen?

Sind wir nicht bereits heute zu fremdbestimmt und zu leichtglÀubig? Warum fehlt uns oft eine gesunde Skepsis?

Wir haben heute zu viel Auswahl, deshalb werden Entscheidungen immer schwieriger und ĂŒberfordern uns oft. Egal ob wir eine Packung Milch oder einen Fernseher kaufen wollen. – Wir haben zu viele Informationen: Wir werden rund um die Uhr informiert und vergessen dabei, dass die meisten Nachrichten von Agenturen und Medienkonzernen gesteuert werden. Wie sollen wir herausfinden, was davon richtig ist?

Heute spiegelt der Mainstream (engl. Hauptströmung) den kulturellen Geschmack einer großen Mehrheit wider. Wer eine andere Meinung hat, ist automatisch Außenseiter. Seine eigenen Ansichten zu vertreten, kann auch in einem demokratischen Land Widerstand erzeugen. Sehr oft folgen wir dem Mainstream, um nur ja nicht aufzufallen oder anzuecken.

So bestimmt heute nicht die Schwarmintelligenz, sondern die Schwarmdummheit unseren Alltag.

Die Werbung und die Medien suggerieren, was wir brauchen. Unsere Wirtschaft ist meist nur auf Wachstum und Konsum ausgerichtet, ob dies der Umwelt oder uns Menschen schadet, ist sekundÀr.

In der Schule lernen wir vor allem, Vorgekautes nachzubeten, statt selbststĂ€ndig und kreativ zu denken. Der deutsche Neurobiologe Gerald HĂŒther stellte fest, dass die Lust der Kinder am Entdecken und Gestalten, am Lernen und Erwerb neuer FĂ€higkeiten von der Schule immer mehr darauf reduziert wird, die Erwartungen der Erwachsenen zu erfĂŒllen. Kinder sollten jedoch ihrer Entdeckerfreude, ihrer Gestaltungslust freien Lauf lassen, alles Mögliche ausprobieren und herausfinden können, was ihnen besonders liegt. Nur dann können sie als Erwachsene auch kreativ Lösungen fĂŒr Herausforderungen und Probleme finden.

Mit unserem derzeitigen Bildungssystem wird der Mensch jedoch funktional gemacht, zu jemandem, der sich möglichst unauffÀllig in den Mainstream einordnet. Auch der Philosophieprofessor Konrad Paul Liessmann stellt bedauernd fest, dass man heute einem 18-jÀhrigen Maturanten nicht mehr zutraut, eigenstÀndige Gedanken zu entwickeln.

 

Der Ausdruck „gesunder Menschenverstand“ (= Hausverstand) bedeutet den einfachen, erfahrungsbezogenen und allgemein geteilten Verstand des Menschen bzw. dessen natĂŒrliches Urteilsvermögen. (Wikipedia)

 

Die Lust am eigenen Denken

Doch unser Gehirn strukturiert sich anhand der Lösungen, die wir im Lauf unseres Lebens auf der Suche nach dem finden, was uns glĂŒcklich macht. Lebenswelt, Herausforderungen und Erfahrungen wirken sich auf unser Gehirn aus. Damit sich Menschen weiterentwickeln, benötigen sie die Lust am eigenen Denken. Das wĂ€re auch die beste Prophylaxe gegen Demenzerkrankungen.

Wir leben heute in der westlichen Welt in einer Komfortzone – Ă€ngstlich darauf bedacht, dass alles so bleibt. Wir verĂ€ndern uns nicht mehr, verlieren dadurch an VitalitĂ€t und viele leben wie in Trance: mit Kopfhörern im Ohr, den Blick starr auf Smartphones und Bildschirme gerichtet.

Viele verwechseln das virtuelle Leben von Handy, PC, Internet mit der RealitÀt, statt sie als Option, als Wahlmöglichkeit zu nutzen. Oft nutzen wir unsere Potenziale zu wenig, trauen unseren eigenem Urteilsvermögen nicht, sondern hören auf zweifelhafte Experten.

Hinschauen und hinterfragen ist ziemlich aus der Mode gekommen, um sich eine eigene Meinung zu bilden und zu handeln. Wozu ist diese auch ĂŒberhaupt noch gut bzw. notwendig? Wir können ja eine konsumieren, ob aus den Zeitungen oder Facebook, dafĂŒr braucht man nicht viel Hirn, von Bildung gar nicht zu reden.

Wie können wir uns wieder auf uns selbst besinnen und herausfinden, was fĂŒr uns selbst richtig ist?  Machen wir uns auf, unseren gesunden Menschenverstand und unsere ureigene KreativitĂ€t (wieder) zu entdecken: Denn sie ermöglichen uns, mit den WechselfĂ€llen des Lebens wesentlich leichter umzugehen.

Ein paar VorschlĂ€ge, wie es funktionieren könnte, habe ich in meinem Vortrag fĂŒr Sie vorbereitet. Sprechen Sie mich an!

Film- bzw. Buchtipps:

  • „Alphabet – Angst oder Liebe“ – ein Film von Erwin Wagenhofer
  • Vera F. Birkenbihl: u. a. „Das Birkenbihl-Alpha-Buch“
  • Gerald HĂŒther: „Etwas mehr Hirn bitte. Eine Einladung zur Wiederentdeckung der Freude am eigenen Denken und der Lust am gemeinsamen Gestalten“
  • Rita Steininger: „FĂŒr helle Köpfe – Fitness fĂŒrs Gehirn“

 

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Seminartipp: Texte mit Biss – 7 Grundrezepte fĂŒr knackige Texte

Worauf es beim Texten ankommt

Wer Erfolg haben will, egal in welchem Beruf, sollte die Leser und Leserinnen nicht mit umstÀndlichen Texten oder SchachtelsÀtzen langweilen.

Folgende 7 Grundrezepte helfen Ihnen, Ihre Texte interessanter, prÀgnanter und leserfreundlicher zu formulieren:

1. Verben, Verben, Verben

Zeitwörter (Verben) machen rund ein Viertel unseres Wortschatzes aus. Leider werden sie immer hĂ€ufiger von Hauptwörtern (Substantiven) verdrĂ€ngt, die einen Text jedoch schwerfĂ€llig und schwer verstĂ€ndlich machen. Im Zweifelsfall entscheiden Sie sich besser fĂŒr das Verb. Ihre Texte werden dadurch viel lebendiger.

2. Adjektive maßvoll einsetzen

Eigenschaftswörter werden oft falsch verwendet und machen einen Text meist nicht interessanter, anschaulicher oder verstĂ€ndlicher (auch wenn wir wahrscheinlich in der Schule etwas anderes gelernt haben). In Maßen sind sie jedoch hilfreich, z. B. bei Unterscheidungen. Sie können auch Situationen oder VorgĂ€nge veranschaulichen, wie „bedrĂŒckende Stille“. PrĂŒfen Sie immer, ob ein Adjektiv notwendig ist. Rotes Ketchup oder weiße Mayonnaise sind in jedem Fall ĂŒberflĂŒssig.

3. Substantive unter die Lupe nehmen

Manche Autoren versuchen, besonders mit Fremdwörtern zu beeindrucken. Behalten Sie immer die Leser im Blick: FĂŒr ein Fachpublikum können Sie anders schreiben als fĂŒr Otto Normalverbraucher.

Heute sind Anglizismen weit verbreitet. Denken Sie immer daran, dass viele Menschen sie nicht verstehen, hĂ€ufig sind sie auch nicht kĂŒrzer als ihre deutsche Entsprechung. Kurze Wörter erleichtern das VerstĂ€ndnis und einsilbige Wörter sind kraftvoller als SilbenschleppzĂŒge: Herz, Mut, Kraft oder Ziel.

4. FlĂŒssig lesbare SĂ€tze

SĂ€tze sollten immer ĂŒberschaubar sein. Kurze SĂ€tze sind meist verstĂ€ndlicher, doch eine Aneinanderreihung von kurzen SĂ€tzen ist auch nicht leserfreundlich. Entscheidend fĂŒr die Lesbarkeit ist weniger die Zahl der Wörter pro Satz, sondern die Einhaltung des Gesetzes der 3 Sekunden: So lange dauert ein angenehm empfundener HĂ€ndedruck. Alles, was darĂŒber hinausgeht, ist fĂŒr unser Gehirn nicht mehr als Einheit erfassbar.

5. Leser ködern

Zuerst mĂŒssen Sie sich ĂŒber Ihre Zielgruppe klar werden. Wenn Sie diese kennen, können Sie auch den richtigen „Köder“ auswerfen: Denn wie beim Fischen muss der Köder (Text) dem Fisch (EmpfĂ€nger) schmecken, nicht dem Angler (Autor).

Je konkreter Sie schreiben, desto eher bringen Sie das Kopfkino der Leser in Gang. Vermeiden Sie schwammige Formulierungen und Floskeln. Schreiben Sie „von Anis bis Zimt“ statt „GewĂŒrze“, damit sprechen Sie beide GehirnhĂ€lften der Leser an.

6. Leser behalten

Der LiteraturnobelpreistrĂ€ger William Faulkner sagte: „Schreibe jeden Satz so, dass man neugierig auf den nĂ€chsten wird.“ Deshalb ist es wichtig, dass Ihr Text einen roten Faden hat. Eine Mindmap kann Ihnen helfen, eine Struktur zu finden. Achten Sie auf korrekte Rechtschreibung und Zeichensetzung.

7. Überarbeiten

Gute Texte erfordern meist mehrere Überarbeitungsschritte. Ihr Leser will Ihren Text verstehen, er will nicht zurĂŒcklesen mĂŒssen, er wird eher umblĂ€ttern oder weiterklicken, als sich durch einen schwer verstĂ€ndlichen Text zu plagen.

Sie möchten Ihre Texte verbessern? Ich verrate Ihnen die „7 Grundrezepte fĂŒr knackige Texte“ ausfĂŒhrlich in einem ein- bis eineinhalbtĂ€gigen Seminar – gerne zugeschnitten auf Ihre speziellen Anforderungen.

Im Seminar erwartet Sie u. a. auch:

  • Alternativen zu SchachtelsĂ€tzen
  • Die 3 Ns: Neuigkeit, NĂ€he, Nutzen
  • Warum Sie konkret, aktiv und positiv schreiben sollen
  • Einfach ist nicht einfĂ€ltig
  • Die neue deutsche Rechtschreibung
  • Die 6 (7) Ws
  • Gendergerechte Texte schreiben
  • StilblĂŒten oder in welche Fallen man nicht tappen sollte
  • Kleines Typografie-ABC
  • Und: zahlreiche Praxisbeispiele

Die Teilnehmer/-innen können eigene Texte zur Bearbeitung mitbringen.

 

Links und Literaturtipps:                                                                                   

  • www.duden.de
  • Wolf Schneider: Deutsch fĂŒr Profis, Deutsch!, Deutsch fĂŒr Kenner u. a.
  • Norbert Franck: Schreiben wie ein Profi
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„FĂŒr helle Köpfe – Fitness fĂŒrs Gehirn”

Der Titel hat mich sofort angesprochen, darum werde ich das Buch bei meinen kĂŒnftigen VortrĂ€gen „Wie wichtig ist unser Hausverstand? Anregungen zum selbststĂ€ndigen Denken und Handeln“ sehr gerne weiterempfehlen.

Auf 128 Seiten gibt die Autorin kompakt und ĂŒbersichtlich viele Tipps fĂŒr unsere geistige, seelische und körperliche Fitness. Die 10 Kapitel spannen einen weiten Bogen ĂŒber alle Lebensbereiche von den neuesten Erkenntnissen der Gehirnforschung ĂŒber Bewegung, Wahrnehmung, KreativitĂ€t, Denksport, ErnĂ€hrung, Entspannung bis hin zum sozialen Miteinander.

Sie stellt außerdem 56 Übungen vor – von „Fragen des Alltags“ ĂŒber „Duft-Memory“ bis hin zu „Achtsam zuhören“. So kann wirklich jeder nach seinem Geschmack das auswĂ€hlen, was ihm gefĂ€llt.

Denn wie Rita Steininger in Kapitel 2 schreibt, ist alles gut, nur kein Pflichtprogramm. Die Vielfalt macht es aus und der Spaß an der BetĂ€tigung – ob beim Denksport, bei körperlicher Bewegung, bei der bewussten BeschĂ€ftigung mit unseren Sinnen, beim Essen und sogar beim Entspannen. Denn auch das ist essenziell fĂŒr unsere geistige Gesundheit.

Dass man geistig fit bleibt, nur wenn man jeden Tag ein Sudoku löst, ist genauso ein Irrtum wie dass man ein Muskelprotz wird, wenn man tĂ€glich einen Eiweiß-Shake trinkt.

Unser Gehirn mag Denken, mag Herausforderungen und es mag Bewegung, gesunde ErnĂ€hrung und viel FlĂŒssigkeit. All das muss aber auch Spaß machen, denn ohne Freude ist alles nichts. Das sind die wichtigsten Voraussetzungen, um unsere grauen Zellen bis ins hohe Alter fit zu halten.

Schon in der inzwischen berĂŒhmten Nonne-Studie, die ab 1986 lief, hat David Snowdon an 600 amerikanischen Nonnen bewiesen, dass vor allem geistige BeschĂ€ftigung auch im Alter fĂŒr geistige Fitness sorgt (selbst bei pathologischen Gehirnbefunden, d. h. Alzheimer-Plaques im Gehirn). Inzwischen wissen wir, dass unser Gehirn lebenslang neue Nervenzellen bilden kann.

Etliche Tipps beherzige ich bereits (z. B. Morgenseiten schreiben), andere Übungen werde ich kĂŒnftig gerne auch bei meinen Seminaren zum „Kreativen Schreiben“ ausprobieren!

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Musik bereichert mein Leben oder: Was Beethoven mit Tomaten zu tun hat

Gerade habe ich wieder den 2. Satz von Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 gehört. Ein StĂŒck, das mich immer wieder mit tiefem Frieden und, ja, GlĂŒckseligkeit und Harmonie erfĂŒllt wie kaum ein anderes.

Ich kann mich sogar noch genau erinnern, wo ich es zum ersten Mal gehört habe: Ich hatte von einem Kunden eine Schallplatte mit GustostĂŒckerln von Beethoven geschenkt bekommen. Und als ich die Platte auflegte und diesen 2. Satz hörte, war ich völlig ergriffen. Ich lebte damals (es ist sicher schon 30 Jahre her) in einer kleinen Wohnung und sehe mich noch an meinem alten Plattenspieler und spĂŒre noch das GefĂŒhl, dass ich damals hatte. Das immer wieder auflebt, wenn ich dieses StĂŒck höre.

Beethoven und vor allem auch seine Symphonien gehören zu meiner Lieblingsmusik. Wenn ich an komplizierten Texten sitze und nicht mehr weiterweiß, hilft mir Beethovens Musik. Wenn es mir nicht gutgeht, hilft mir Beethoven. Wenn es mir gutgeht, höre ich ihn ebenfalls gerne.

Dabei war diese Liebe zu seiner Musik eher eine Liebe auf den zweiten Blick.

Beethovens Musik hat mich von Anfang an fasziniert, aber zuerst nicht gefallen! Ich wunderte mich, wieso ich fasziniert war und wieso sie mir trotzdem nicht gefiel. Irgendetwas musste da drinstecken, etwas, was man nicht erklĂ€ren kann 
 Also habe ich mir immer wieder seine Symphonien angehört, und eines Tages sprang der Funke ĂŒber. Seither bin ich eine glĂŒhende Verehrerin von Beethovens Musik.

Es ist seltsam, aber vielleicht muss man fĂŒr diese göttliche Musik – verzeihen Sie diese Ausdrucksweise – erst reif werden.

Was hat das jetzt alles mit Tomaten zu tun? Als Kind mochte ich keine Tomaten, sie haben mir einfach nicht geschmeckt. Ich kann mich erinnern, dass ich meinem Opa immer fasziniert zugesehen habe, wenn er Tomaten aufschnitt und aß. Sie sahen so appetitlich aus! Immer wieder habe ich sie probiert, das Gesicht verzogen, ausgespuckt, und ich konnte einfach nicht verstehen, dass etwas, was so vielversprechend aussieht, mir einfach nicht schmecken will.

Und eines Tages – schmeckten sie mir! Seither liebe ich Tomaten, insbesondere die kleinen, wĂŒrzigen, saftigen. Ich esse am liebsten jeden Tag Tomaten und kann mich davon nicht ĂŒberessen.

Beethoven dosiere ich etwas vorsichtiger. Ich habe Sorge, dass ich mich eines Tages â€žĂŒberhören“ könnte. Außerdem ist Beethovens Musik etwas Besonderes, das mit allen Sinnen genossen werden muss und ich nicht als profane Untermalung missbrauchen will.

Welches MusikstĂŒck berĂŒhrt Sie besonders? Schreiben Sie mir, ich bin gespannt!

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„In Europa geboren worden zu sein, gleicht einem Lottosechser“

Interview mit der Journalistin und Autorin Petra Ramsauer

Petra Ramsauer zĂ€hlt zu den wenigen Journalisten, die noch nach Syrien reisen können. Immer wieder war sie im Zentrum der KĂ€mpfe, in denen die Menschen verhungern und umkommen – belagert und abgeschnitten von der Außenwelt. Sie hat mit Ärzten gesprochen, die unter Bombenhagel arbeiten, mit Bloggern, die unter Lebensgefahr Nachrichten aus dem Land schmuggeln, mit Kommandanten der bewaffneten Opposition und demokratischen Aktivisten, Vertretern des Regimes und der Kurden, mit Menschen, die geflĂŒchtet sind, und anderen, die trotz allem bleiben.

In einfĂŒhlsamen Reportagen erzĂ€hlt sie von all jenen, die in diesem schrecklichen Konflikt ums Überleben kĂ€mpfen.

Petra Ramsauer

 

Wie bist du dazu gekommen, ĂŒber Kriege und Krisen zu berichten?

Das war eigentlich schon immer mein Wunsch. Es ging mir darum, die „andere“ RealitĂ€t kennenzulernen; den Gegenentwurf zu unserer sicheren Welt in Europa. Das ist ja nur ein Minderheitenprogramm auf unserer Erde. Die meisten Menschen auf der Welt sind irgendwann in ihrem Leben mit Gewalt, extremer Armut und dem Kampf ums Überleben konfrontiert. Das ist vielen von uns fremd. Heute empfinde ich mich vor allem als Übersetzerin zwischen diesen Welten. So hĂ€tte ich es damals nicht formuliert, aber im Grund war das meine Motivation.

 

Bist du bei deiner Arbeit auch mit Vorurteilen konfrontiert? Zum Beispiel: Eine Frau schreibt doch nicht ĂŒber Kriege?

Ja. Mit vielen Vorurteilen. Dabei hat eine Frau es oft einfacher als ein Mann. Ich werde nicht so leicht erkannt, beispielsweise, kann leichter in der Menge untertauchen. Angesichts der EntfĂŒhrungsgefahr in vielen Krisengebieten ist das ein immenser Vorteil. Und ich kann mit allen reden. FĂŒr einen mĂ€nnlichen Journalisten ist es sehr schwer, mit Frauen Interviews ĂŒber Gewalterlebnisse zu fĂŒhren. Dabei ist Gewalt gegen Frauen heute eines der grĂ¶ĂŸten Probleme in Krisen und Kriegen: In einem umkĂ€mpften Gebiet ist es unter den Betroffenen riskanter, eine Frau zu sein als ein Soldat. Das kann ich aufzeigen. Gleichzeitig sind es MĂ€nner gewohnt – auch in sehr konservativen Gegenden –, dass sie westlichen Reporterinnen Interviews geben. Ein Vorurteil, das mich oft Ă€rgert, ist, dass es als Frau in islamisch geprĂ€gten LĂ€ndern sehr schwer sein soll. Ich frage dann immer zurĂŒck, woher diese Meinung kommt, und niemand kann es mir erklĂ€ren. Faktum ist: ĂŒber Kriege zu berichten ist immer schwer und belastend.

 

Warum bist du Journalistin geworden?

Ich konnte mir nie einen anderen Beruf fĂŒr mich vorstellen. Außer Notfallmedizinerin, aber ich bin extrem ungeschickt beim NĂ€hen. Darauf hat mich meine Mutter immer hingewiesen. DafĂŒr kann ich ein wenig schreiben. Ich habe ein besonders gutes GedĂ€chtnis, bin neugierig und hasse Routine. – Das hat gepasst.

 

Wo hast du deine journalistische Ausbildung genossen?

Als Lehrredakteurin im ORF und beim profil, spÀter noch wÀhrend eines Postgraduate-Studiums in Paris mit Schwerpunkt internationale Reportage.

 

Was war dein Antrieb/Beweggrund, Politikwissenschaften zu studieren?

Weil es ein sehr gutes Fundament fĂŒr mich war, Journalistin zu werden. Ich habe bei dem Studium auch gelernt, richtig hinzusehen. Ich verdanke meiner Professorin Charlotte Teuber nach wie vor 75 Prozent all meines Wissens zur Geschichte des Nahen Ostens. Ohne sie wĂ€re ich heute niemals die, die ich bin. Und das wĂ€re traurig. Ganz wichtig war auch mein Anteil am Geschichtestudium (damals durften wir noch freie FĂ€cher zu einem Hauptstudium kombinieren!). Die EinfĂŒhrung in das Studium der Geschichte versucht, Quellenkritik zu vermitteln, besonders beim Umgang mit „PrimĂ€rquellen“. – Das ist heute besonders aktuell, wenn ich ĂŒber soziale Medien plötzlich eine FĂŒlle von PrimĂ€rquellen habe und diese kritisch einordnen muss. Auch meine Seminare an der Philosophie haben mich sehr weitergebracht: ich lernte rasch, schwierige Texte zu lesen, und ich lernte zu denken.

 

Du hast „Die Klimarevolution“ und „So wird Hunger gemacht“ geschrieben. Warum hast du dich von Umweltthemen abgewendet?

Umgekehrt: Ich habe mich wieder den Themen angenĂ€hert, auf die ich eigentlich spezialisiert bin. Die Umwelt-Themen kamen durch Zufall in mein Leben. Wie John Lennon sagt: Leben ist das, was passiert, wĂ€hrend man PlĂ€ne macht. Und auf Umweltthemen bin ich gestoßen, wĂ€hrend ich auf einen geeigneten Job als Auslands-Redakteurin gewartet habe. Insgesamt ist das ja eine perfekte Lebensmischung. Eine Portion Plan, eine Portion Zufall gut miteinander in Einklang zu bringen. Darum geht es doch. Heute profitiere ich enorm von meiner zweifachen Expertise: So ist der Konflikt in Syrien auch zum Teil ein Klima-Konflikt. Das zu erkennen, zu bewerten ermöglicht mir meine Arbeit an Umweltthemen. Doch mein Herz gehörte immer der Außenpolitik.

 

Was hat dich bewogen, ĂŒber Nahostpolitik zu schreiben und nicht z. B. ĂŒber Innen- oder EU-Politik?

Weil es fĂŒr mich besser passt. Die Berichterstattung ĂŒber Innenpolitik und EU-Politik erfordert ein ganz anderes Talent, als ich es habe. Da mĂŒsste ich mich sehr stark in juristische und wirtschaftspolitische Fragen einarbeiten. Das ist eine ruhige TĂ€tigkeit. Und es erfordert viel Sitzfleisch bei Gipfeln, Klausuren wie auch die Bereitschaft, sich viel mit den Akteuren und Akteurinnen der heimischen Politik auseinanderzusetzen. Da gibt es Kollegen, die beherrschen diese Disziplin hervorragend. Ich bin eher spontan, reise extrem gerne und es macht mir eine große Freude, auch wenn es oft widriger ist als in Europa zu arbeiten, dort einzutauchen. Es ist oft schwierig zu erklĂ€ren, was einen fasziniert. FĂŒr mich ist es eben diese Region.

 

In ihrem neuesten Buch ĂŒber Syrien erzĂ€hlt Petra Ramsauer von all jenen, die in diesem schrecklichen Konflikt ums Überleben kĂ€mpfen.

 

Welche LĂ€nder hast du fĂŒr deine Reportagen schon bereist?

Oh, das sind viele: Iran, Irak, Afghanistan, Israel, die palĂ€stinensischen Gebiete, Jordanien, Syrien, Ägypten, Libyen, die Ukraine, Georgien, Indien, Bhutan, Pakistan, Indien, Taiwan, China, Kiribati, Sudan, Kenia, Uganda, Malawi, CĂŽte d’Ivoire, Mauretanien, Tschad, Mali, SĂŒdafrika, Niger, Kamerun, Libyen, Marokko, Russland und die USA natĂŒrlich und in Europa eigentlich jedes Land.

 

Recherchierst du immer vor Ort oder verlÀsst du dich auch mal nur auf Informanten?

Es kommt sehr hĂ€ufig vor, dass ich mich auf meine Kontakte verlasse. Aber das sind jene, die ich von frĂŒheren Reisen persönlich kenne. Ausschließlich.

 

Woran arbeitest du zurzeit?

An einer Reportage aus Libyen, ĂŒber Migration, ĂŒber verschwundene Kinder auf der Flucht nach Europa und an einer Reportage ĂŒber nach Afghanistan abgeschobene FlĂŒchtlinge.

 

Gibt es schon PlĂ€ne fĂŒr ein weiteres Buch?

Ja. Aber das wird ein ganz, ganz anderes Buch als die anderen fĂŒnf werden. Und es wird, auch wieder anders als bei den anderen, sehr lange dauern, es zu schreiben. Mehr verrate ich noch nicht.

 

Trotz all der GrÀuel, mit denen du bei deinen Reisen und Recherchen konfrontiert bist, bist du ein optimistischer Mensch?

Sogar ein sehr optimistischer Mensch! – Mein Kollege Karim El-Gawhary hat in einem seiner BĂŒcher geschrieben: In Europa geboren zu sein, als EuropĂ€er, gleicht einem Lotto-Sechser. So empfinde ich es. Da ich das Leben der anderen kenne, kann ich das Leben hier in Österreich so richtig schĂ€tzen. Ich bin dafĂŒr sehr dankbar und das macht mich glĂŒcklich und optimistisch.

 

Wo siehst du dich in zehn Jahren?

Dazu habe ich ein sehr klares Bild, aber das ist noch nicht fĂŒr die Öffentlichkeit zugĂ€nglich. Ich werde sicher noch schreiben, aber mit neuen ZugĂ€ngen.

 

Bei meinen Recherchen bin ich auf ein vegetarisches Kochrezept von dir gestoßen. Ist Kochen dein Hobby, bei dem du von deiner Arbeit abschalten kannst?

Nein. Schreiben und Kochen sind sehr Ă€hnliche TĂ€tigkeiten. Es braucht Intuition, die richtigen Zutaten im richtigen Maß. Es ist beides Alchemie. Ich denke beim Kochen ans Schreiben und beim Schreiben ans Kochen. Hobbys habe ich eigentlich nicht, denn ich habe ein Leben, in dem alles, was ich tue, schön ist und das, was ich 100% tun will. Ich bin, das weiß ich, sehr, sehr verwöhnt von meinem Schicksal.

 

Herzlichen Dank fĂŒr das GesprĂ€ch!

 

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